Echter Skyr ist einzigartig, aber selten

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Einige von 25000 isländischen Milchkühen. Foto: iStock

Ein Milchprodukt macht Furore und setzt Trends in der modernen “Low-Carb”-Ernährung. Die Rede ist von “Skyr”, dem säuerlich quark-ähnlichen Magerjoghurt aus Island, der mit nur rund 0,2 Prozent Fett, aber 10 Prozent Protein gesundheitsbewusste Menschen aus ganz Europa anspricht. Dabei ist Skyr als Produkt so alt wie die Wikinger und in seinem Image “so isländisch wie Björk und Islandponys” (Die Zeit). Er kommt auch im traditionellen Volksmärchen vor, denn einer der isländischen Weihnachtstrolle heißt “Skyrgámur”, also Skyr-Schlund – und der erweist sich als ein wahrer “Gierschlund”.

Nun aber ist es mit der Ruhe und Abgeschiedenheit für den isländischen Skyr vorbei, seit nämlich dänische, britische und deutsche Molkereien das Produkt “nachahmen” – also ebenfalls nach dem überkommenden isländischen Rezept herstellen. Isländische Erzeuger halten diese Produkte für “fake” und stellen die Echtheit ihres eigenen Skyr in den Mittelpunkt des Marketings. Wenn nun aber alle interessierten Verbraucher wirklich alle isländischen Skyr kaufen würden, kämen die Milchbauern des Landes schnell an ihre Kapazitätsgrenze: Auf Island stehen nur 25.000 Milchkühe einer alten, einheimischen Rasse. Sie machen den Skyr so einzigartig, aber eben auch selten. Zum Vergleich: Deutschland zählt ca. 4 Millionen Milchgeber.

Eine isländische Agrarwissenschaftlerin erklärte im Radio, dass Pläne zur Steigerung der Milchproduktivität nach hinten losgehen würden. “Diese Kühe sind robust, aber geben von Natur aus nicht viel Milch. Wir gefährden ihren Bestand, wenn wir mit nun Kraft ihren Milchausstoß erhöhen wollten.”

Bist du selten, zählst du ‘was: Das gilt in besonderem Maße für den Skyr aus echt isländischer Milch. => Weitere Informationen

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