Wissenswertes über Island

Hansestadt Hafnarfjörður

Hafnarfjörður

Zwischen dem Flughafen Keflavik (sprich: Keblavik) und der Haupstadt Reykjavik liegt das kleine Örtchen Hafnarfjörður (sprich: Habnarfjörthur). Mit knapp 27000 Einwohnern ist es überschaubares Städtchen. Doch Hafnarfjörður ist in vielerlei Hinsicht besonders. Der Ort liegt nämlich nicht nur am Wasser, sondern auch in einem Lavafeld. Hafnarfjörður heißt übersetzt Hafenförde. Hier gab es den ersten Hafen Islands. Und auch sportlich ist Hafnarfjörður ein Ort der Superlative. Der erfolgreichste Handballverein kommt aus Hafnarfjörður – und hat den womöglich teuersten Spieler der Handballgeschichte exportiert.

Entdeckungstour

Die Hügel aus Lavasteinen, die sich hier und dort zwischen Häusern und neben Straßen erheben, sind schon eine Sehenswürdigkeit an sich. Wer daran glauben mag, der kann sich vorstellen, dass hier Elfen leben. Die Elfen oder sogenannten „Huldufólk“ („hidden people“) sind fester Bestandteil der Sagenwelt Islands. Es ist allerdings Quatsch, wenn behauptet wird, dass die meisten Isländer an Elfen glauben. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wer mag, darf natürlich trotzdem an Elfen glauben. So ein Lavastein wär jedenfalls ein schönes Zuhause.

Einen Ausflug in die Geschichte kann man im Sívertsenhús machen. Bjarni Sívertsen (1763-1833) war erfolgreicher Kaufmann aus Hafnarfjörður und wurde „Vater Hafnarfjörður“ genannt. Von der dänischen Königin wurde er zum Ritter geschlagen. Das Sívertsenhús, wo er lebte, kann in den Sommermonaten besichtigt werden. Das Haus gehört zu einer Ausstellung von insgesamt 5 Häusern. Hier kannst du dir weitere Anregung holen.

Ein Fast Food Geheimtipp für Touristen ist der bei Isländern angesagte Laden Hamborgarabúlla Tómasar – Tomas’ Hamburger. Die winzig kleine Variante dieses Hamburgladens gibt es auch in Reykjavík am alten Hafen. Hier in Hafnarfjörður ist mehr Platz und weniger Tourismus. Ein uriges Hamburgerlokal mit den besten Hamburgern Islands. Und wer hätte es geahnt? Bis nach Berlin ist Tomas mit seinen Hamburgern gekommen: Tommi’s Burger Joint.

Handball

Ein erfolgreicher Handballverein in den letzten Jahren ist Haukar Hafnarfjörður. Das Männerteam gewann die isländische Landesmeisterschaft unzählige Male, in den Jahren 1943, 2000, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008, 2009, 2010 und 2015. Ein erfolgreicher Handballspieler aus Hafnarfjörður ist der 25-jährige Aron Pálmarsson, der 6 Jahre für den THW Kiel spielte und dann nach Ungarn wechselte. Derzeit versucht der THW Kiel Aron zurückzuholen – für eine bisher noch nie im Handballsport gezahlte Summe von 5 Millionen Euro (sagt zumindest eine isländische Zeitung.)

Geschichte

Hafnarfjörður war den Deutschen schon früh bekannt. Kaufleute der Hanse kamen nach Hafnarfjörður. In Hafnarfjörður gab es Elektrizität lange bevor die Hauptstadt Reykjavik mit Elektrizität versorgt wurde. Spuren des Handels mit deutschen Städten gibt es auf vielerlei Weise. Zum Beispiel wurde die Schule in Hafnarfjörður nach einer bekannten Stadt benannt (die sich wohl gerne mal als Hansestadt ausgegeben hat): Flensborgskóli.

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Schafabtrieb auf Island

Vom Hochland ins Tal

Alljährlich im Herbst werden die Schafe vom Hochland ins Tal getrieben und nach ihren Besitzern sortiert. Der „Fjárréttir“ ist ein großes Ereignis und ganze Gemeinden packen mit an. Zahlreiche Besucher werden vom Schafabtrieb angelockt und es gibt spezielle Reiseangebote für Touristen, am Schafabtrieb in Island teilzunehmen und isländische Tradition hautnah mitzuerleben.

Das Jahr aus Schafssicht

Es beginnt alles im Mai. Nun werden die Lämmer geboren. Sobald sie kräftig genug sind, werden die Lämmer von den Mutterschafen getrennt. Diese Zeit wird Stekktið genannt und ist traditionell zwischen dem 19. und 25. Mai. Anschließend werden Lämmer, Mutterschafe und Böcke ins isländische Hochland getrieben. Hier, auf saftigen Sommerweiden, laufen die Schafe frei herum und futtern sich rund. Am Ende des Sommers, mit Beginn des Septembers, müssen die Schafe wieder ins Tal getrieben werden. Eine Heidenarbeit, wenn man bedenkt, in welch entlegene Winkel sich die Schafe im Hochland tummeln können. Es erfordert eine hohes Maß an Organisation und Geduld, den Schafabtrieb durchzuführen. Es bedarf jeder Menge Helfer – ganze Gemeinden helfen den Bauern, ihre Schafe ins Tal zu treiben und nach Höfen zu sortieren. Über all ihnen wacht der Bergkönig, der erfahrenste Schafstreiber, der hauptverantwortlich für den Schafabtrieb ist. Den Winter verbringen die Schafe in den Ställen der Bauernhöfe. Die meisten Lämmer werden geschlachtet.

Schafe vs. Touristen

Bis ins 20. Jahrhunderte lebten die Isländer hauptsächlich von der Fischerei und der Landwirtschaft. Dies hat sich seit dem letzten Jahrhundert stark verändert. Haupteinnahmequelle ist mittlerweile der Tourismus. Die Fischerei spielt noch eine sehr große Rolle, ist durch das Quotensystem allerdings in eine Krise geraten. Bauernhöfe im traditionellen Sinne gibt es auf Island kaum noch. Die meisten Höfe haben auf Touristen umgesattelt – Ferien auf dem Bauernhof sind ein beliebter Familienurlaub. Landwirtschaftlich Ereignisse, wie der Schafabtrieb und auch der Pferdeabtrieb, Stóðréttir, werden zu touristischen Erlebnissen.

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Þetta reddast – ein Plädoyer für Gelassenheit

Lange, dunkle Winter, raues Klima, vergammelter Hai – wen wundert’s, dass Isländer über Jahrhunderte hinweg ein ziemlich dickes Fell entwickelt haben? Sie sind durch nichts so leicht aus der Ruhe zu bringen. Außer durch politische Missstände. Ansonsten ist der gemeine Isländer ein entspannter Charakter.

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ jagt uns Deutsche durch einen hektischen Alltag. Der Isländer lehnt sich zurück und sagt „Þetta reddast“ – „wird schon.“ Natürlich sagen auch Deutsche oft „wird schon“. Es scheint aber den Unterschied zu geben, dass Deutsche sich das einreden müssen, während bei Isländern diese Einstellung tief verwurzelt ist. Es sollen hier natürlich keine Nationalitäten plump gegenübergestellt werden; dafür ist unsere Welt viel zu komplex. Doch irgendwie ist die Atmosphäre in Island, allgemein gesprochen, schlichtweg entspannter. Stress kommt hier scheinbar am erst am letzten Tag der längst überschrittenen Frist auf. Pünktlichkeit ist keine Tugend. Chaos ist kreativ. Als Deutsche/r in Island kann man mal an seine kulturellen Grenzen stoßen – ist man selbst ein Klischeedeutscher, der pünktlich, effizient und überhöflich ist. Doch vor allem ist das Lebensgefühl der Isländer ansteckend. Niemand guckt dich schief an, wenn du zwanzig Minuten zu spät ins Café geschlendert kommst. Du hast eine Frist verpasst? Nagut, wir drücken mal ein Auge zu. Das ist herrlich! Wo die deutsche Bürokratie manchmal etwas zu pingelig ist, ist es bei den Isländern oft flexibler. Selbstverständlich hat das auch mit der Einwohnerzahl zu tun. 320.000 vs. 81 Millionen – deutsche Stadtmenschen treffen im Pool, im Finanzamt oder im Supermarkt sicherlich nicht mindestens einen entfernten Verwandten, einen ehemaligen Schulkamera oder die Tochter einer Freundin. Man lässt sich Zeit, weil man sich Zeit lassen kann. Und das ist wunderbar.

Auch mit Problemen, kleinen aber auch größeren, gehen die Isländer locker um. Kreative Lösungen sind willkommen, notdürftige Lösungen durchaus auch. Oder erstmal ein paar Nächte drüber schlafen. Wenn du also das nächste Mal vor einem Problem stehst und grübelst, wie du es schnell und effektiv lösen kannst, murmel dreimal „Þetta reddast“ und mach einen Spaziergang an der frischen Luft.

Eine Ausnahme, und das rechne man den Isländern hoch an, ist ihr politisches Interesse. Hier gilt „Þetta reddast“ eben nicht. Bei politischen Debatten sind die Isländer fix auf der Straße, kämpfen eifrig für ihre Rechte und geben sich nicht leicht geschlagen. Island gilt zum Beispiel als eines der Länder mit der höchsten Gleichberechtigung von Mann und Frau. Aber sie ruhen sich nicht darauf aus, sondern kämpfen stetig weiter. Bänker wurden nach der Krise 2008 tatsächlich zur Rechenschaft gezogen und wanderten zum Teil ins Gefängnis. „Þetta reddast“ heißt also keinesfalls, Probleme hinzunehmen. Sondern einfach, Probleme entspannter anzugehen.

Wer seine Energie nicht auf all diese Kleinigkeiten wie Pünktlichkeit, Fristeinhaltung und Perfektionismus verschwendet, der bewahrt sie sich auf und verwendet sie dort, wo sie wirklich gebraucht wird. In der politischen Debatte, im Job und in der Kunst.

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Bóndadagur und Konudagur – Valentinstag auf Isländisch

Zwei Tage für die Liebe

In Island hat der Valentinstag keine so große Bedeutung. Verliebte Isländer haben nämlich schon zwei andere Tage, sich ihre Liebe zu zeigen: Bóndadagur und Konudagur. Bóndadagur heißt wörtlich übersetzt Bauerntag, Konudagur Frauentag. Der Bóndadagur fällt auf den ersten Tag des Wintermonats Þórri und Konudagur auf den ersten Tag des Wintermonats Góa. In der Geschichte wurde am Vorabend dieser Tage immer gut gegessen, um Þórri und Góa milde zu stimmen. In besseren Zeiten hat sich daraus wohl eine Art Valentinstag entwickelt. So kochen die Frauen ihren Männern am Bóndadagur gutes Essen und am Konudagur bringt der Mann seiner Liebsten Frühstück ans Bett, Blumen, Schokolade – hier entwickelte sich die „Tradition“ schnell in Richtung kommerzieller Valentinstag.

Tradition oder Kommerz?

Was nun aber, wenn Frau Frau oder Mann Mann liebt? Bóndadagur und Konudagur sind also eigentlich nicht mehr ganz passend und haben mit ihren Wurzeln schon lange nichts mehr zu tun. Und, eigentlich sollte man seiner/m Geliebten/m sowieso jeden Sonntag Frühstück ans Bett bringen, oder nicht? Den Geschäften und Restaurants ist das natürlich egal und sie freuen sich, von gleich drei Liebesfeiertagen zu profitieren. Vielleicht sollten sie sich noch den „Black Day“ aus Südkorea abgucken: An diesem Tag essen Singles schwarzgefärbte Spaghetti und betrinken sich anschließend hemmungslos um ihren Kummer über ihr Singledasein zu vergessen. Aber das machen Single-Isländer so gesehen ohnehin jedes Wochenende.

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Isländisches Kino

Das isländische Kino

Für nur 300000 Einwohner hat Island ziemlich viel Kino zu bieten. In Europa ist Island vor allem für den Film “101 Reykjavík” bekannt. Durch die allgemein wachsende Popularität Islands dürfte aber auch die Filmlandschaft vermehrt neugierig erkundet werden. Der schwarze Humor der Isländer, die Enge der Insel und die Dämonen, mit denen die Isländer zu kämpfen haben, prägen das isländische Kino. Die Filme sind selten leichte Kost und haben auch nur selten ein Happy End. Nichtsdestotrotz geben sie – wohl gerade dadurch – einen guten Einblick in die isländische Kultur.

Isländer über Isländer

Mit Þrestir, Albatross und Webcam kamen 2015 gleich drei Filme in die Kinos, die sich mit Coming-of-Age und Postadoleszenz beschäftigen. Damit treffen sie bei den heranwachsenden Isländern und den Isländern, die seit der Krise in der Postadoleszenz feststecken, den Zahn der Zeit.

Þrestir erzählt die Geschichte des 16-jährigen Ari, der von seiner Mutter in die Westfjorde geschickt wird. Vom Stadtleben in Reykjavík in die Provinz, dorthin, wo Ari seine Kindheit verbracht hat. Ari muss sich zurechtfinden mit seinem alkoholkranken Vater, mit seinen Freunden aus Kindheitstagen und mit sich selbst. Der Film zeichnet ein erschreckend realistisches Bild der Konflikte, mit denen die isländische Gesellschaft zu kämpfen hat. Alkoholismus, Missbrauch, Mangel an Werten. Þrestir ist harte Kost und gleichzeitig zart und hoffnungsvoll. Letzteres ist vor allem der Hauptfigur Ari zu verdanken, die von Schauspieltalent Atli Oskar Fjalarsson verkörpert wird.

Im Film Albatross geht es um einen jungen Mann aus Reykjavík, Tommi, der seiner Freundin für den Sommer in die Westfjorde folgt. Der Plan ist, den Sommer über zu arbeiten um Geld für den Herbst und Winter zu verdienen – damit Tommi in Reykjavík sein Masterstudium beginnen und das junge Paar dort eine Wohnung finanzieren kann. Doch dann verlässt die Freundin Tommi und er sieht sich konfrontiert mit seinem lausigen Sommerjob auf einem Golfplatz in Bolungarvík – und einer plötzlich nicht mehr so sicheren Zukunft.

In Webcam verdient sich Rósalind als Webcam-Mädchen Taschengeld. Es geht um Freundschaft, Sex und ein bisschen um Liebe. Der Film war vor allem bei jungen Isländern und Isländerinnen erfolgreich, die alle sehr feministisch sind und die sexuelle Lockerheit und Souveränität der Hauptdarstellerin feiern. Ein ehrlicher Film, der unkompliziert das komplizierte Leben menschlicher Beziehungen beschreibt.

Isländische Krimis

In Deutschland schmökern viele Leser mit Vorliebe isländische Krimis. Einer von ihnen wurde auch verfilmt: Arnaldur Indriðasons “Der Tote aus dem Nordermoor” ist 2006 von Baltasar Kormákur verfilmt worden. Der Regisseur hat schon den bekannten Film 101 Reykjavík gemacht – und auch jetzt, 2016, ist er zurück. Mit der Krimi/Thriller Serie “Trapped“. Die Serie spielt in einem kleinen, abgelegenen Ort im Süden Islands. Hier muss die Polizei ein Verbrechen lösen – während ein Sturm heranzieht und das Dorf von der Außenwelt abschneidet. Die Serie hat sehr positive Kritiken bekommen und kommt hoffentlich bald auch nach Deutschland.

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Die Schwimmbadkultur in Island

Typisch Island

Wenn du bei deinem Islandbesuch ein Stück isländische Kultur mitnehmen möchte, solltest du in eines von Islands Schwimmbädern gehen. Damit ist nicht die Blaue Lagune gemeint und auch nicht das Laugardalslaug in Reykjavík – hier tummeln sich Touristen. Originaler wird’s in all den anderen, kleineren Schwimmbädern. Isländer gehen für ihr Leben gern ins Schwimmbad. Herzstück der Schwimmbäder sind in Island nämlich kleine, runde Becken mit entspannenden 38-44 Grad. Heiße Pötte heißen die, und bieten Körper und Seele Wellness pur. Und weil die Isländer eigentlich alle Wikinger sind, liegen diese heißen Pötte natürlich im Außenbereich des Schwimmbads. (Oftmals gibt es gar keinen Innenbereich, sondern das Schwimmbad ist Freibad.) Da kann es sein, dass du – spärlich mit Badeanzug bekleidet und 0 Grad Außentemperatur – erstmal einen 200 m Sprint zurücklegen musst, ehe du ins heiße Wasser sinkst. Die Isländer gehen diese Strecke natürlich in gemächlicher Geschwindigkeit.

Plausch im Pott

Wer in Island den neusten Klatsch und Tratsch hören möchte, geht ins nächstgelegene Schwimmbad und setzt sich in den heißen Pott. Das gilt für Isländer. Für dich als Reisender kann der heiße Pott die beste Gelegenheit sein, um mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Im dampfenden Wasser entspannen auch die Sprechmuskeln der Isländer und sie plaudern gerne drauf los – vielleicht geben sie dir Tipps, wo man eine versteckte heiße Quelle in der Natur findet, wo es das beste Essen der Stadt gibt oder sie laden dich direkt zum Pferdereiten ein.

Besondere Schwimmbäder Islands

Allein im Großraum Reykjavík gibt es zwanzig Schwimmbäder. Einen schönen Außenpool hat das Vesturbæjarlaug, eine Rutsche gibt es im Laugardalslaug und einen kleinen Strand gibt es in Nautholsvík. Das Sundhöll nahe der Hallgrimskirkja baut seinen Außenbereich gerade aus. Es gibt also viel zu entdecken!

Außerhalb Reykjavíks gibt es Schwimmbäder in fast jedem Ort. Hier ist das Schwimmbad in Stykkisholmur auf der Halbinsel Snæfellsnes ein besonderer Fund. Das heiße Wasser kommt hier nämlich direkt aus einer Thermalquelle. Voll von wertvollen Mineralstoffen hat das Wasser eine (zertifizierte!) heilende Wirkung, insbesondere bei Hautproblemen. Es ist, wie mir eine Isländern stolz erzählte, mit den Geothermalbädern in Baden-Baden zu vergleichen – und eigentlich sogar ein wenig besser.

Einen ganzen Tag Wellness pur gibt es im Fontana Spa in Laugarvatn. Dampfbäder, drei Mineralbäder und eine finnische Sauna – alles direkt am Laugarvatnsee gelegen – laden ein den vom Wandern geschundenden Körper und die vom nur-ein-Tourist-sein geplagte Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Praktischerweise liegt das Fontana Spa nah an der Golden Circle Route, ca. 77 km von Reykjavík. Die Website ist sogar auf Deutsch.

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Weihnachten in Island

Weihnachtszeit in Island

Die Gemütlichkeit der Weihnachtszeit in Island beginnt schon Mitte November. Die Tage werden kürzer und kürzer und ab November beginnen mehr und mehr Lichter in den Straßen, Bäumen und Fenstern zu leuchten. Auf der bekanntesten Straße Reykjaviks, dem Laugavegur, wird die Weihnachtsdekoration aufgehängt. Doch wie feiern die Isländer eigentlich Weihnachen? Wie verbringen sie die Adventszeit? Hier ist alles ein bisschen anders als in Deutschland. Es gibt 13 Weihnachtsmänner statt nur einem, eine Weihnachtskatze treibt an Heiligabend ihr Unwesen und man isst nicht Kartoffelsalat mit Würstchen und Lebkuchen, sondern Hangikjöt, Laufabrauð und Piparkökur.

1 Weihnachtsmann? Wieso nicht gleich 13?

Im Hochland Islands wohnt eine schlecht gelaunte Trollfrau – Grýla. Sie lebt seit mehreren Jahrhunderten in ihrer Trollhöhle. Dort leben auch ihre 13 Trollsöhne. Einmal im Jahr dürfen die Söhne, allesamt natürlich schon ziemlich alte Trollbrüder, zu den Menschen hinabsteigen und ihren Schabernack mit ihnen treiben. Jeder hat seinen eigenen Tag – der erste kommt am 12. Dezember zu uns Menschen. Und weil es so gut passt, sind über die Jahre aus den Trollen die 13 Weihnachtsmänner geworden. Über die langen Jahre zwar schon zahmer geworden, sind sie nicht mit dem netten Coca Cola- Weihnachtsmann zu vergleichen. Die 13 Weihnachtsmänner Jólasveinar sind zerlumpt und haben nur Freches im Sinn. Mittlerweile bringen sie aber oft Geschenke mit und füllen sie in einen Schuh, den die Kinder auf die Fensterbank stellen.
Die 13 Weihanchtsmänner heißen Stekkjarstaur, Giljagaur, Stúfur, Þvörusleikir, Pottasleikir, Askasleikir, Hurðaskellir, Skyrgámur, Bjúgnakrækir, Gluggagægir, Gáttaþefur, Ketkrókur und Kertasníkir. All diese Namen geben einen Hinweis darauf, was für Schabernack die Weihnachtsmänner treiben.

Stekkjarstaur ist der Schafsschreck. Er hat lange Füße und ist schon sehr, sehr alt. Er liebt Schafsmilch und wer von Streichen verschont bleiben möchte, legt ihm Käse oder Milch auf die Fensterbank. Manchmal lässt er dann auch ein kleines Geschenk zurück..

Giljagaur ist der Schaumschuft. Er ist sehr stark und mag Kinder. Lieber noch als Kinder mag Giljagaur aber Milchschaum. Früher hat er sich dazu im Kuhstall versteckt und von Milch den Schaum geschlürft. Ob er heute dafür in eines der zahlreichen Cafés in Reykjavik schleicht? Kinder stellen dem Giljagaur jedenfalls ein Glas Milch auf die Fensterbank.

Am 14. Dezember kommt der kleinste der Weihanchtsmänner: Stúfur, der Kurze. Er liebt Kinder über alles und ist der vergnügsteste Weihanchtsmann. Wenn die Kinder einen Stuhl für vor die Fensterbank stellen, erreicht er auch den daraufstehenden Schuh. Stúfur hat natürlich Geschenke für die Kinder dabei!

Þvörusleikir ist der Löffelschlecker. Er leckt alle Kochlöffel von Grýla sorgfältig sauber (obwohl Grýla nicht kochen kann). Er ist über die Jahre immer freundlicher geworden und freut sich über alles, was man von einem Löffel lecken kann.

Am Tag nach Þvörusleikir kommt gleich die nächste Naschkatze, nämlich Pottasleikir, der Kesselkratzer. Er isst ALLES auf, was in Töpfen oder Pfannen zu finden ist und er ist dabei erstaunlich flink.

Noch ein Allesesser kommt am 17. Dezember. Askasleikir leckt alle Schüsseln aus. Er ist scheuer als seine Brüder und wird nicht oft gesehen. Es scheint, die Küchen in Island müssten zu dieser Zeit blitzsauber sein…

Wenn es am 18. Dezember ordentlich knallt, dann ist das Hurðaskellir – Türentreter! Er schlägt mit Vorliebe unter lautem Gedonner Türen zu. An diesem Tag passen alle Isländer auf, dass sie ihre Türen im Haus geschlossen halten. Denn wenn nicht, knallt’s!

Noch ein Leckermaul ist Skyrgámur, der Skyrschlund. Er liebt Skyr über alles und isst ihn ratzfatz auf. Kinder, die ihm ein bisschen Skyr auf die Fensterbank stellen, können sich über ein kleines Geschenk sicher sein.

Ein kleiner Witzbold ist Bjúgnakrækir. Neben Witzen mag er vor allem eins: Würste! Während er früher für seine Würstchenjieper die Balken in der Küche erklimmen musste, kann er heute ganz entspannt an den Kühlschrank gehen.

Am 21. Dezember lässt man die Gardinen lieber zu. Denn um die Häuser schleicht Gluggagægir, der Fenstergaffer, der von außen in die warme Stube späht. Komische Isländer? Manchmal kommt einem schon dieser Gedanke…

Gáttaþefur ist der Türschlitzschnüffler. Er hat eine feine Nase und liebt den Geruch von frisch gebackenem Laufabrauð.

Einen Tag vor Weihnachten muss man auf sein geräuchertes Lammfleisch Hangikjöt aufpassen, was an diesem Tag traditionell gegessen wird. Denn heute kommt Ketkrókur, der Keulenklauer, der das Hangikjöt durch den Schornstein stibitzt. Oder direkt aus dem Kühlschrank.

Am 24. Dezember kommt Kertasníkir, der Kerzenschnorrer. Ihm gefallen die brennenden Kerzen an Weihanchten so sehr. Und nicht nur das, er mag auch gerne an ihnen knabbern. So kann man an seinen Weihanchtskerzen vielleicht hier und da ein paar Bissspuren feststellen.

Die Weihnachtskatze

Grýla, die alte Trollfrau, hat auch eine Katze. Dieses riesige, schwarze Vieh wird in der Weihnachtsnacht zu den Menschen geschickt. Auf dicken Tatzen schleicht sie um die Häuser und frisst alle frechen Kinder auf und all die Faulen, die nicht rechtzeitig die Wolle des Jahres zu Kleidung gesponnen und gestrickt haben. In Island bekommen Kinder daher an Weihnachten traditionell neue Kleidung geschenkt. Im besten Fall selbstgestrickt, in den dunklen Wochen zuvor.

Traditionelles Essen in der Weihnachtszeit

Am 23. Dezember findet die þorlaksmesse statt, ein Feiertag in Erinnerung an einen isländischen Bischof namens Þorlákur Þórhallsson. Man isst an diesem Tag in Island geräuchertes Lammfleisch, Hangikjöt, oder Skata, ein fermentiertes Fischgericht.

Das Laufabrauð ist ein weihnachtliches Gebäck, das in der Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gegessen wird. Es heißt übersetzt Laubbrot und wird auch Schneeflockenbrot genannt. Das flache Gebäck wird durch Schnitte verziert und dann frittiert.

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Iceland Airwaves

Die hippste Party des Nordens

An einem Wochenende im November strömt Musik aus allen Ecken Reykjavíks, tanzen Melodien mit Menschen auf den Straßen, in Cafés, in Bars, in Museen. Unter den Nordlichtern am Himmel verwandelt sich die ganze Stadt in eine riesengroße Party. Das Iceland Airwaves ist das größte Musikfestival Islands und lockt jährlich mehrere tausend Besucher an. Musikfans, Kritiker und Bands aus aller Herren Länder treffen sich in Reykjavík und feiern gemeinsam die Schönste aller Künste.

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Islands Tourismus boomt

Der Laugarvatn - mal ganz ohne Besucher.

Der Laugarvatn – mal ganz ohne Besucher.

Kommt Island allmählich an die Grenzen des Tourismus-Booms? Diese Frage stellen sich Wirtschaftsexperten der Insel, die sich nach der Finanzkrise vor allem dank des  Tourismus schnell aus dem “Schlamassel” gerettet hat. Inzwischen ist der Fremdenverkehr für die isländische Wirtschaft wichtiger als der traditionsreiche Fischereisektor. Doch die Grenzen des Wachstums sehen viele Isländer besonders in den Sommermonaten schon erreicht.

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Island liebt den Mannschaftssport

Nicht erst die überraschende Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2016 zeigt: In Island ist der Teamgeist lebendig. Das Land feiert Erfolge im klassischen Mannschaftssport! So konnte die National-Auswahl der Basketballer jüngst erstmals in der Endrunde einer EM mitmischen. Und im Handball ist die Teilnahme der Isländer bei internationalen Turnieren schon fast selbstverständlich.

Im Mannschaftssport setzen sich die Isländer durch. Foto: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0

Im Mannschaftssport setzen sich die Isländer durch. Foto: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0

Die Erfolge bauen in dem Land mit 330.000 Einwohnern auf einer konsequenten Förderung des Mannschaftssports. So startete der isländische Fußballverband (KFI) bereits vor 10 Jahren die Initiative, die A- und B-Trainerlehrgänge des Europäischen Fußballverbands Uefa zu günstigen Preisen anbot und damit vielen Breitensport-Trainern zugänglich machte. Laut einer Recherche des “Tagesspiegel” verfügen rund 70 Prozent der isländischen Trainer über eine Uefa-B-Lizenz, 30 Prozent über die A-Lizent. Das ist die höchste Quote in Europa! Zahlreiche Neubauten von Fußball-Hallen und Kunstrasenplätzen taten ihr Übriges, um den Nachwuchs zu fördern und das Fußball-Spielen zum Ganzjahressport zu machen.

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