Tour in die Tiefe: Die Lava-Höhle Viðgelmir

Hinab in die Tiefen der Viðgelmir-Höhle. Foto: The Cave.

Hinab in die Tiefen der Viðgelmir-Höhle. Foto: The Cave.

Wer einmal in den Bauch der Erde hinabsteigen will, sollte sich dafür nach Island begeben, denn hier befinden sich einige der größten Lavahöhlen weltweit. Bei der Eruption von Vulkanen und Gasen sind im Laufe der Erdgeschichte gewaltige Höhlen entstanden. Auf Island stechen die Höhlen Viðgelmir, Surtshellir und Stefanshellir hervor, die in ihrer Größe und Beschaffenheit einzigartig sind. Eine geführte Tour hinab in die Tiefen des Gesteins ist ab Mai 2016 in der Höhle Viðgelmir möglich. Die neue Touristen-Attraktion hat einen geringen Schwierigkeitsgrad und soll daher für Groß und Klein geeignet sein. Nur ein Hang zur Klaustrophobie kann die aufregende Wanderung in die Welt untertage aufhalten.

Arragiert werden die Führungen von “The Cave”, ein Projekt im Rahmen der offiziellen Island-Tourismus-Organisation “Visit Iceland”. Die Tour „Cave Explorer“ dauert eineinhalb Stunden und kostet umgerechnet rund 50 Euro pro Person. Führungsbeginn im Sommer ist um 10, 11.30, 13, 14.30 und 16 Uhr. Im Winter starten die Touren um 11.30, 13 und 14.30 Uhr. Für etwas mutigere Gäste bietet der Veranstalter die vierstündige Tour „Cave Master“ an. Diese hat einen höheren Schwierigkeitsgrad (3 auf einer Skala bis 5) und kostet gut 100 Euro pro Person. Führungsbeginn im Sommer ist um 09 und 13 Uhr. Weitere Infos unter => www.thecave.is/

Farbenpracht unter Tage. Foto: Extreme Iceland.

Farbenpracht unter Tage. Foto: Extreme Iceland.

Die Viðgelmir-Höhle ist Teil des Hallmundarhraun-Lavafeldes, das bei einer mächtigen Eruption nahe dem Langjökull-Gletscher um das Jahr 930 gebildet wurde. Wahrscheinlich haben die ersten Siedler auf Island den Ausbruch und die Entstehung des Lavafeldes noch miterlebt. Erstmals Erwähnung fand die Höhle in Urkunden aus dem Jahr 1398. Bei Ausgrabungen 1993 stießen Forscher schließlich auf Knochen und Schmuck, die vermutlich aus dem Zeitalter der Wikinger stammen. “Nebenprodukte” des Vulkanausbruchs von 930 sind neben dem Höhlensystem zwei gewaltige Wasserfälle in der Nähe: Barnafossar und Hraunfossar.

Wie die anderen Höhlen in dem Gebiet Hallmundarhraun zeichnet sich Viðgelmir durch eine besondere Farbenpracht des Gesteins und faszinierende Lavaformationen aus. So sieht man, wie bizarr die Lava erstarrt ist – etwa in dicken Wulsten oder auch als filigrane Fäden. Atemberaubend sind auch die Ausmaße des Hohlraums unter Grund: Mit einer Gesamtganglänge von 1585 Metern und einem Volumen von 148.000 Kubikmeter zählt sie neben der Surtshellir zu einer der größten Höhlen Islands.

Weitere Infos zum Hallmundarhraun-Lavafeld  bei => extreme Iceland

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